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Ausstellung in Graz "Alois Mosbacher "
Zeitraum: 10.06.2010
bis
01.08.2010
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Neue Galerie im Künstlerhaus Graz
Adresse: Burgring 2
8010 Graz
Ausschnitt/Pressetext:
Nachdem die Neue Galerie Graz im Laufe des letzten Jahrzehnts die wesentlichsten Vertreter der sogenannten "Neuen Malerei" der 1980er-Jahre gezeigt hat - Herbert Brandl, Erwin Bohatsch, Hubert Schmalix - präsentiert sie 2010 Alois Mosbacher im Künstlerhaus Graz. Mosbacher, der in der Neuen Galerie durch die intensive Förderung des damaligen ehemaligen Leiters Univ. Prof. Dr. Wilfried Skreiner zu ersten Erfolgen gelangte und sich in der Folge international etablieren konnte, arbeitet in erster Linie als Maler und ist dabei der Tradition der expressiven Gegenständlichkeit verpflichtet. Das drückt sich formal in einem Spannungsverhältnis zwischen Malerei und Grafik aus. Den Einsatz von Fotografie und Massenmedien kann man in den Bildern der letzten Jahre deutlicher feststellen als in den privatmythologischen Malereien der 1980er-Jahre. Immer wieder hat er auch im skulpturalen bzw. installativen Bereich gearbeitet und in letzter Zeit sind seine Ausstellungen sehr weit in Richtung Rauminszenierung oder Installation entwickelt worden. Grundsätzlich stellt Mosbacher den Menschen ins Zentrum seiner Überlegungen - den Menschen in Bezug zu seinem Lebensraum, der Natur, deren Teil er selbst ist. Für den Künstler ist die Natur gleichsam der Handlungsraum des Menschen, von dem er sich immer weiter entfernt und selbst zu einem Fremdwesen mutiert. Wie in seinen Bildern der letzten Jahre zu sehen ist, vollführt der Mensch in seinem Lebensraum allerlei eigenartige Performances. Von herkömmlicher sportlicher Betätigung bis zum tragischen Gewaltverbrechen im tiefen, dunklen Wald - einer in gleichem Maße mythischen, wie kinematografischen Idee folgend - unternimmt der Mensch absurd anmutende Performances in der Natur. Die Wildnis suchend, nach der Idylle strebend, scheitert der Mensch oft an seiner eigenen Grausamkeit und Lächerlichkeit. Die Kulte, die wir in anderen eingeborenen oder vergangenen Kulturen suchen, pervertieren sich in Mosbachers Bildern und lassen die Szenarien unheimlich erscheinen. Isoliert betrachtet wirkt sogar der speziell gekleidete und ausgerüstete Spaziergänger wie ein Fremder im eigenen Lebensraum. Mosbachers Menschen befinden sich zwischen Sehnsucht und Apokalypse. Waren die Protagonisten zu Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit noch eher im Bereich der Glückssuche, so sind sie jetzt wesentlich desillusionierter und am Rande des Abgrundes angesiedelt. Es gilt in dieser Ausstellung 2010, die scheinbar unterschiedlichen formalen und inhaltlichen Ansätze zusammenzuführen. Das Künstlerhaus Graz ist durch seine Beschaffenheit als große Halle sehr geeignet, den installativen, mitunter auch performativen Charakter in Mosbachers Arbeit hervorzuheben. Filmsetartig wird sich das Ensemble der Ausstellung den Betrachterinnen und Betrachtern darbieten. Fotos bzw. Videos von Alois Mosbacher werden in diesem Zusammenhang erstmals gezeigt. Selbstverständlich werden auch Highlights aus der langen Karriere des Künstlers aus internationalen Sammlungen zu sehen sein. Eine alternative Form der Retrospektive soll am Ende erreicht werden, die sowohl einen Überblick auf Vergangenes ermöglicht, als auch eine wesentliche Aussage in der Gegenwart zu treffen imstande ist.
Günther Holler-Schuster
Weitere Infos:
Neue Galerie im Künstlerhaus Graz
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