Petra Arnold

 
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KuenstlerIn/ Petra Arnold

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    Über die Arbeit/ Zur Person

    Petra Arnold

    Die Seele schwankt zwischen hell und dunkel, Bedeutungen verdrehen sich, Abgründe werden tiefer und gleichzeitig klarer, während scheinbar Greifbares in die Ferne rückt. Die Nacht - eine fruchtbare Umgebung für Melancholie. Dieses Empfinden spiegelt sich in Petra Arnolds nachts und ohne zusätzliche Lichtquellen entstanden Portraits wieder. Sie verzichtet auf Blitzlicht, um das Gefühl des Augenblicks und die vorhandene Lichtatmosphäre zu erhalten. Das Weniger an Licht gibt den Schattenseiten markantere Konturen und kristallisiert Gefühl und Authentizität. 'The night will bring you closer to you' - bei dieser Serie nutzt sie die Nacht als Emotionsverstärker unter den Tageszeiten. Die Körnigkeit der hochlichtempfindlichen Filme ist dabei nicht nur technische Notwendigkeit, sondern ein bewusstes Stilmittel und künstlerische Ausdrucksform, das den Portraits eine ‘malerische' Ästhetik verleiht.

    Durch mehrfache Reisen und einen längeren Aufenthalt in San Francisco intensivierte Petra Arnold ihr Interesse an Reportage- und Portraitfotografie. Hier begann die gelernte Werbe- und Industriefotografin den Freiraum der Straße und des natürlichen Lichts außerhalb des Studios zu schätzen. San Francisco ist ein Ort der heiteren Toleranz, der Freizügigkeit und des Lebensge-nusses, aber auch ein Lebensraum für Menschen, die an der Existenzgrenze leben. Für Petra Arnold ein faszinierender Kontrast. Neben Beobachtungen am Tage folgten ausgedehnte Streifzüge durch das nächtliche San Francisco. Es entstanden zahllose Aufnahmen, Schnapp-schüsse, teils ausgelassene, teils melancholische Bildnisse der Stadt und ihrer Bewohner: Hippies, Künstler, Transvestiten, Homosexuellen, Musikern - und scheinbar 'Normale'. Ihr gelingt es, das Erzählerische mit der Bildkomposition in der dokumentarischen Fotografie zu verknüpfen.

    Petra Arnold gilt als distanzierte Augenzeugin und ist bestrebt ihre Abgebildeten charakteristisch wiederzugeben. Grenzgänger, gesellschaftliche Auflenseiter, Charaktere - mit diesen Stichwörtern lässt sich Arnolds Portfolio portraitierter Persönlichkeiten knapp umreißen. Bei den unterschiedlichsten Ansätzen findet sich ein roter Faden: Eine magnetische Anziehung zu Menschen und Dingen abseits der üblichen Pfade - selbst subkulturelle Normen überschreitend. Sie hat einen geschärften Blick sowohl für Alltägliches als auch für Extreme. Immer der Gemeinsame Nenner: Individualität. Die Mitglieder der charismatischen Rockband Mother Tongue aus Los Angeles passen in dieses Muster. Unangepasst, eigenwillig und gegensätzlich. Petra Arnold fotografierte die Band während etlicher Tourneen. Als sensible Beobachterin gelingt ihr eine intime Sicht auf die Musiker. Eindrucksvoll sind die leisen melancholische Bildnisse von alltäglichen Situationen, im Tourbus, vor Auftritten, Backstage oder Portraits, sowie die zahlreichen einfühlsamen Live-Shots, denen es gelingt die intensive Power und Magie der Bühnenshow zu transportieren. Der entstandene Bildband 'unbroken' zeigt zahlreiche dieser Fotografien.

    Musikfotografie, sowohl Live- als auch die Portraitfotografie sind bedeutende Sujets ihrer Arbeit. Ihre Liveportraits, u.a. von Iggy Pop, David Bowie oder Henry Rollins geben dem Betrachter sofort einen klaren Eindruck über den Künstler, dessen Passion und Energie. Einen faszinierenden Augenblick der Tiefe und gleichzeitigen Glückseeligkeit zeigt ein Bild des Bluesmusikers B.B. King, der mit geschlossenen Augen, tief ergriffen und voller Leidenschaft Lucille - seine Gitarre - spielt. Wie auch bei den Bildnissen auf der Bühne werden Psyche, Empfindungen und Persönlichkeit der portraitierten Künstler deutlich spürbar. Das Portrait von Andy J. Forest schwankt zwischen Paralyse und Schwermut, sein verschwommenes Spiegelbild auf der Tischoberfläche multipliziert diesen Effekt.

    Petra Arnold beobachtet Menschen zum Teil über Jahre hinweg. Es entstehen Reportagen, Bildstrecken und Portraits, z.B. über Straßenleben in San Francisco oder Jazz- und Blues-Musiker in New Orleans. Die Aufnahmen wirken wie Seelenspiegel der Portaitierten. Der Lebenshunger und die Todessymbolik von New Orleans, in der Kunst und Kriminalität Seite an Seite existieren, werden sichtbar. Petra Arnold gelang mit dieser Serie ein bewegendes Zeitdokument der Stadt kurz vor der Verwüstung durch den Hurricane Katrina. Die Bilder des familiengeführten Wanderzirkus ‘Starlight' erfassen private und gesellschaftliche Realitäten des Milieus. Sie erzählen unverstellt vom Leben einer Zirkusfamilie. Eindrücklich und poetisch die Aufnahme des tellerjonglierenden Jungen Giovanni: Ein Augenblick völliger Konzentration kurz vor dem Auftritt in der Manege - pathetisch und feinfühlig zugleich. In einem kurzen, wahrhaftigen Blick kommt das Wesen der Person hinter der typischen Zirkuspose zum Ausdruck. Nicht zuletzt wird der Zusammenhalt einer Großfamilie im nomadenhaften Alltag zwischen Wohnwagen und Zirkuszelt dokumentiert.

    Neugier und Unvoreingenommenheit ohne die Aufdringlichkeit des Boulevards ergeben Zugang zu Bildern, die ohne diese speziellen Eigenschaften kaum möglich wären: Diese Aspekte sind auch die Voraussetzung für die Reportage über Mitglieder des Motorradclubs 'Hells Angels' Luxembourg. Mit ihrer Einstellung gelingt ihr ein Blick hinter die Kulissen der Szene. Die Fotografin begleitet die Rocker auf verschiedene Reisen, wie nach Italien, Albanien oder zu einer Anniversary Party auf Curacao. Sie fotografiert bei Beerdigungszeremonien, Partys, 'Bike Runs' sowie in vielen weiteren Bereichen, die der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Ihre Kamera gibt ihr die Distanz und gewährt die Möglichkeit ganz nah zu sein. Die entstandenen Bilder zeugen von einer privaten, unparteiischen Sicht auf Menschen und Situationen fern jeder Sensationsgier.

    Als Freelancer arbeitet Petra Arnold für verschiedene Medien und Agenturen. Ihr Arbeitsgebiet erstreckt sich von Portraits, Reportagen, Musik bis hin zu Mode. Die reportageartigen Modeaufnahmen zeigen wenig Glitzer und Glamour-Chi-Chi. Es sind glaubhafte, ungeschönte Aufnahmen ohne die mondänen Posen der Modefotografie. Die Stärke der Fotografien liegen in der Einfachheit der Komposition: Nicht das arrangierte und durchdachte Bild, sondern der lebendige, nicht zu planende Augenblick, den sie kunstvoll in stilisierte Portraits umsetzt. Die Fotografin verzichtet weitgehend auf Inszenierungen oder schmückendes Beiwerk. Ihre Shootings sind eher zufällig, improvisiert, einfach gehalten und spontan.




Texte & Bild © Petra Arnold

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