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"Postauratische Belastungsstörung"

Galerie cubus-m / Berlin

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Ausstellung in Berlin : "Postauratische Belastungsstörung"



KünstlerIN:
René Schoemakers

Zeitraum: 11.10.2013 bis 23.11.2013

René Schoemakers ist Philosoph und Künstler. Er lebt in Kiel und in der heiteren intellektuellen Distanz. Um das Wirkliche staunend zu befragen, bedarf es keiner Zentralposition. Als Künstler nimmt er eine schwer vermittelbare Sonderstellung ein. Als Philosoph weiß er, sich keck aus der Schlinge der Vergeblichkeit zu befreien. Sein Umgang mit Leinwand und Farben ist möglicherweise eine wohlüberlegte Trotzreaktion darauf, vielleicht aber auch nur eine Parallelaktion gegen intellektuelle Zerfallszeiten und das Vergessen. Seine künstlerischen Weltanschauungen leben aus der synchronen Präsentation divergierender Repräsentationsebenen: von Bildern im Bild, Schriftzeilen und Textfragmenten im Bild, Modellen im Bild. Eigensinnige Bilderfindungen sind seine Nahkampfzone. Nachsinnen schafft ihm die nötige innere Distanz. Beide Ebenen bilden den Hallraum für Schoemakers Hypothesenbildungen.
René Schoemakers ist Philosoph und Künstler. Er lebt in Kiel und in der heiteren intellektuellen Distanz. Um das Wirkliche staunend zu befragen, bedarf es keiner Zentralposition. Als Künstler nimmt er eine schwer vermittelbare Sonderstellung ein. Als Philosoph weiß er, sich keck aus der Schlinge der Vergeblichkeit zu befreien. Sein Umgang mit Leinwand und Farben ist möglicherweise eine wohlüberlegte Trotzreaktion darauf, vielleicht aber auch nur eine Parallelaktion gegen intellektuelle Zerfallszeiten und das Vergessen. Seine künstlerischen Weltanschauungen leben aus der synchronen Präsentation divergierender Repräsentationsebenen: von Bildern im Bild, Schriftzeilen und Textfragmenten im Bild, Modellen im Bild. Eigensinnige Bilderfindungen sind seine Nahkampfzone. Nachsinnen schafft ihm die nötige innere Distanz. Beide Ebenen bilden den Hallraum für Schoemakers Hypothesenbildungen.
Die Komponenten seiner Arbeit arrangiert René Schoemakers klar und analytisch. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Sinn und Zweck dieses Verfahrens offenkundig vor Augen träten. Verwirrend mehrteilige Anordnungen, Kommentare, scharfe Schnitte, Sze­nen, die eher Versuchsanordnungen denn "Situationen" gleichen, bestimmen die Koordinaten seiner künstlerischen Praxis. Mit dem sinnlichen Überredungspotenzial seiner Malerei führt er die Betrachter auf emotionale Eisflächen, die nichts geringeres bewirken sollen, als eine "postauratische Entlastungsstörung". So auch der Titel der Ausstellung.
Schoemakers wählt Walter Benjamins Gedanken vom "Verfall der Aura" des Kunstwerks(*) als "gedankliches Sprungbrett zur Selbstvergewisserung" (R.S.). Er widerspricht Benjamin und versteht es, das Auratische zu rehabilitieren - mit einer schriftlichen Erwiderung sowie bildgestützten Mitteln, insbesondere unter Einbeziehung seiner neuen Serie "radix". Dabei geht er ausgesprochen intelligent und informiert zu Werke und vermag mit den zeitgenössischen Übereinkünften in Formhandhabung und bildsprachlichem Ausdruck hochkomplex zu hantieren. Schoemakers ist ein konzeptioneller Künstler, für den das einzelne Werk immer nur im Kontext Wichtigkeit erlangt. Daher auch des Künstlers Manie, in Serien zu arbeiten, strukturiert durch spezifische Ordnungsebenen und Nummerierungen.
In seinen Inszenierungen, in denen er nichts weniger als die Welt in sein Werk zieht, gilt das Wirkprinzip des extremen Naturalismus. Wer sich von seinen provokanten Thesen berührt sieht, befindet sich mit dem Künstler im gleichen Boot, auf einem Höhenflug aktueller Kunstproduktion und zugleich auf einem ihrer Scheiterhaufen.
Christoph Tannert

(*) In: Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1935)


Press Release

René Schoemakers is a philosopher and an artist. He lives in Kiel and in the carefree intellectual distance. In order to question the 'real' with a sense of amazement, a central position is not required. The unique artistic position Schoemakers takes is difficult to describe. As a philosopher he knows how to brashly liberate himself from the noose of futility. The way Schoemakers handles canvas and color is potentially a well-considered act of defiance, but perhaps only a parallel action against intellectual decay and forgetting. His artistic worldviews are expressed in the synchronistic presentation of divergent levels of representation: of images within the image, lines of text and textual fragments within the image, models within the image. Self-opinionated image constructions are his close range combat zones. For him contemplation creates the internal distance he requires. Both levels form the echo chamber in which Schoemakers formulates hypotheses.

René Schoemakers arranges the components of his works clearly and analytically. Yet, the intent and purpose of this process are not necessarily readily apparent to the viewer. Perplexing multi-part compositions, commentaries, fast cuts, scenes that seem more like trial runs than "situations," determine the coordinates of his artistic practice. Through the work's sensual potential for persuasion, Schoemakers leads the viewer onto sheets of emotional thin ice, which are meant to cause nothing less than a postauratische Entlastungsstörung ("post-auratic exoneration disorder"). Hence the title of the exhibition.

Schoemakers choses Walter Benjamin's concept of the "decay of the aura" (*) as a "conceptual springboard for self-reassurance" (R.S.). Schoemakers contradicts Benjamin, in that Schoemakers has the ability to rehabilitate the auratic - through textual response, as well as pictorial means, particularly regarding his new series radix. In doing so, Schoemakers works in a markedly intelligent and informed fashion and is able to utilize contemporary artistic conventions of executing form and pictorial expression in a highly complex manner. He is a conceptual artist, for whom individual works achieve importance only within context. Thus the artist's mania for working in series, structured by specific levels of organization and numbering sequences.

In his artistic stagings, in which he achieves nothing less than drawing the world into his work, the operating principle of extreme naturalism holds weight. Those touched by Schoemakers provocative themes find themselves in the same boat with the artist - soaring on a high of contemporary art production and, simultaneously, burned at its stake.
Christoph Tannert
(*) In: Walter Benjamin, The Work of Art in the Age of Mechanical Reproduction (1935)


Öffnungszeiten:
Mi. - Fr. 14 - 19 Uhr
Sa 11 - 19 Uhr



Internetadresse:  www.cubus-m.com

Texte & Bild © cubus-m.

Bitte vergewissern Sie sich bezüglich der Aktualität dieser Informationen beim Veranstalter.


  Weitere Infos: Galerie cubus-m

Zeitraum: 11.10.2013 bis 23.11.2013

Adresse:
Pohlstraße 75
10785 Berlin

Öffnungszeiten: Mi. - Fr. 14 - 19 Uhr
Sa 11 - 19 Uhr


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