"A.rtificial I.ntrospection O."
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Walter Pichler, TV-Helm (Tragbares Wohnzimmer), 1967/2022 Silbergelatine Druck, 116 × 112 cm Ed. 5 + 2 AP Courtesy Galerie Krinzinger und Walter Pichler, © Nachlass Walter Pichler
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Walter Pichler, TV-Helm (Tragbares Wohnzimmer), 1967/2022 Silbergelatine Druck, 116 × 112 cm Ed. 5 + 2 AP Courtesy Galerie Krinzinger und Walter Pichler, © Nachlass Walter Pichler
Ausstellung in Graz : "A.rtificial I.ntrospection O."
Künstler: Oswald Wiener, Jenna Bliss, Günter Brus, VALIE EXPORT, Tishan Hsu, Morag Keil, Josh Kline, Michael Krebber, Maria Lassnig, Ken Okiishi, Walter Pichler, Rudolf Polanszky, Dieter Roth, Agnes Scherer, Ti
Zeitraum: 20.05.2026 bis 06.09.2026
Eröffnung: 19.5.2026, 18:00-21:00 Uhr
Die Ausstellung A.rtificial I.ntrospection O. (A.I.O.) untersucht Denken, Wahrnehmung und Subjektivität im Spannungsfeld von Selbstbeobachtung, Kybernetik und Künstlicher Intelligenz. Ausgangspunkt ist das Werk des österreichischen Schriftstellers, Denkpsychologen und Kybernetikers Oswald Wiener (1935?-?2021), dessen originäres Werk sich seit den 1950er-Jahren kritisch zwischen diesen Feldern bewegte und sich systematisch der institutionellen Vereinnahmung entzog.
Kurator:innen: Sandro Droschl mit Franca Zitta
Kuratorische Beratung, Nachlass Oswald Wiener: Thomas Eder, Thomas Raab
Kooperation: Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung / Literaturhaus Graz: Klaus Kastberger, Daniela Bartens
Im Zentrum seiner Untersuchungen steht das menschliche Denken und Bewusstsein, denen Wiener sich zeitlebens abseits des wissenschaftlichen Betriebs mit einem unorthodoxen und inspirierenden Zugang widmete. Seine Arbeiten formulieren früh zentrale Fragestellungen der Künstlichen Intelligenz und der Probleme ihrer theoretischen und konzeptuellen Voraussetzungen. Für Wiener ist Bewusstsein nicht sprachlich organisiert und kann daher nicht auf dem aktuellen Stand der Technik simuliert werden.
Zentral für die Ausstellung ist Wieners Konzept der Selbstbeobachtung als denkpsychologische Praxis, die er im Laufe seines Lebens immer wieder adaptierte, neu ausrichtete und zuerst literarisch und dann wissenschaftlich akzentuierte. Sein Buch die verbesserung von mitteleuropa, roman (1969) und spätere Texte bilden einen theoretischen und experimentellen Bezugspunkt der Ausstellung. In Auseinandersetzung mit Alan Turings Automatentheorie, Ludwig Wittgensteins Sprachkritik und kybernetischen Konzepten entwickelt Wiener eine radikale Kritik des humanistisch aufgefassten Subjekts. Im Appendix des Werkes, dem teils ironischen bio-adapter, erscheint der Mensch nicht als autonomes Bewusstseinswesen, sondern als Automat, der sich mit der Umwelt in Form eines technischen Befriedigungsanzugs auflöst.
Aus der Kybernetik ist der vom britischen Mathematiker Alan Turing 1950 formulierte Turing-Test bekannt, der Unterscheidbarkeit von Maschine und Menschen durch Einschätzung von Sprachäußerungen prüft. Ist für einen Fragesteller nicht erkennbar, welches Gegenüber der Mensch und welches die Maschine ist, müssen diese als äquivalent verstanden werden. Bewertet wird dabei menschlich wirkendes Verhalten in Bezug auf Sprachfähigkeit und plausible Antworten, nicht jedoch Intelligenz. Das Problem des Turing-Tests bestand Wiener zufolge in einem behavioristischen Zugang, der auf der Beobachtung von Ereignissen und darauf ableitbaren Statistiken beruht, das subjektive Bewusstsein jedoch ignoriert. Was Turing nicht berücksichtigte, waren die nicht beobachtbaren Qualitäten des menschlichen Denkens wie Vorstellungen, Emotionen, Wahrnehmung und Weltverständnis.
Wiener stellte sich diesen Menschheitsfragen und arbeitete an einer Theorie des Denkens, indem er die auf Formalisierung beruhenden Automatentheorie durch Selbstbeobachtung ergänzte, um zu belastbaren Definitionen zu gelangen, mit denen menschliches Denken und Bewusstsein erklärbar werden könnten.
Die Ausstellung
A.rtificial I.ntrospection O. setzt Wieners theoretische Positionen in Beziehung zu zeitgenössischen künstlerischen Praktiken, die sich mit Selbstwahrnehmung und Kybernetik auseinandersetzen. Dabei wird Kunst nicht als Gegenmodell zur Technik verstanden, sondern als ein Feld, in dem ähnliche Übersetzungsprozesse wirksam sind wie in der Kybernetik: visuelle, sprachliche und affektive Informationen werden codiert, decodiert und in zirkulierende Systeme überführt. Vor dem Hintergrund einer gegenwärtigen Situation, in der algorithmische Systeme zunehmend Entscheidungen in Verwaltung, Recht, Kommunikation und Militär unterstützen und in der KI-basierte Sprachmodelle menschliche Kommunikation simulieren, gewinnt Wieners skeptisches Denken neue Dringlichkeit. Die Ununterscheidbarkeit von menschlicher und maschineller Sprachproduktion, wie sie im Turing-Test paradigmatisch angelegt ist, verschiebt die Frage von Intelligenz hin zu Fragen der Beobachtbarkeit, Kontrolle und Selbstbeschreibung.
Die Figur des Dandys, die Wiener faszinierte, verbindet die erhoffte Distanzierung vom Mechanischen mit einem nach Innen gewendeten Selbstverständnis. So bildet sie ein Scharnier zwischen solipsistischer Selbstbeobachtung und sozialer Einbettung des Subjekts. Heute erscheint dies deutlich schwieriger. A.I.O. begreift Selbstbeobachtung des menschlichen Denkens nicht nur als künstlerische Forschung, sondern als politische und epistemische Praxis: als Möglichkeit, das zunehmend intime Verhältnis zwischen Körper, Sprache und automatisierten Systemen kritisch zu reflektieren. Die Ausstellung öffnet den historischen Horizont von Wieners Denken hin zu befreundeten Künstler:innen und einer jüngeren Generation, die seine Fragestellungen nicht fortschreibt, sondern unter gegenwärtigen Bedingungen neu konfiguriert. Nicht Fortschritt oder Innovation stehen im Zentrum, sondern die Frage, wie Subjektivität unter kybernetischen Bedingungen darstellbar bleibt - und ob Selbstbeobachtung und Selbstoptimierung, wie Wiener vorschlug, eine letzte Form von Handlungsmacht darstellen.
Welche Auswirkungen kybernetische Intelligenz auf unser tägliches Leben, unsere Körper und unsere Sprache haben wird, bleibt teilweise offen und lässt sich bislang nur erahnen; sie sind und werden jedenfalls beträchtlich sein. Die experimentelle Ausstellung A.I.O. versucht, die Ideen Oswald Wieners künstlerisch fruchtbar zu machen, und darüber hinaus zu gehen. Sie beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Kybernetik und Selbstbeobachtung - und befragt damit die Wechselwirkung von Mensch und Maschine.
Die Ausstellung wird von einem ausführlichen Rahmenprogramm begleitet, das im Literaturhaus Graz mit einer szenischen Lesung des Planetenparty Prinzip und einer Gesprächsrunde unter prominenter Beteiligung am 28. Mai beginnt. Im aufgeführten Text Purim wird Sprache als Störsystem durch Umkehrungen, Maskierungen und Grenzauflösungen radikalisiert, was eine produktive Selbstbeobachtung erleichtert.
Öffnungszeiten:
Dienstag-Sonntag 10:00 bis 18:00 uhr
Internetadresse: http://https://halle-fuer-kunst.at
Texte & Bild © Halle für Kunst.
Bitte vergewissern Sie sich bezüglich der Aktualität dieser Informationen beim Veranstalter.
Weitere Infos: Halle für Kunst
Zeitraum: 20.05.2026 bis 06.09.2026
Adresse:
Burgring 2
8010 Graz
Email: [email protected]
Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 10:00 bis 18:00 uhr
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02.05.2026 bis 08.11.2026 in Ulm
Wie wird aus Farbe Form? Wann beginnt eine Fläche zu atmen, eine Linie zu schwingen, ein Raster lebendig zu werden? Die Ausstellung "Wenn Farben Formen finden" widmet sich der faszinierenden Beziehung zwischen Farbe, Form und Raum - und zeigt eindrucksvoll, wie aus Klarheit und Reduktion überraschende Dynamik entsteht. Präsentiert werden sowohl au...
Weitere Infos:
"Wenn Farben Formen finden. Werke aus der Sammlung"
Weitere Infos: kunsthalle weishaupt
08.07.2026 bis 15.11.2026 in Köln
KOLLWITZ Ausgewählt. Die persönlichen »Best of« der Künstlerin 8. Juli — 15. November 2026 24 Zeichnungen, reproduziert als hochwertige Lichtdrucke, veröffentlicht in einer Mappe und in drei Auflagen erschienen, um der großen Nachfrage eines breiten Publikums gerecht zu werden: 1920 publizierte Käthe Kollwitz die sogenannte Richter-Mappe — ei...
Weitere Infos:
"KOLLWITZ Ausgewählt."
Weitere Infos: Kollwitz Museum Köln
24.03.2026 bis 30.12.2026 in Nürnberg
New York/Nürnberg/Dallas Der US-amerikanische Künstler Hunt Slonem, der dieses Jahr am 18. Juli 75 Jahre alt wird ist erfolgreicher denn je. Mehrere Ausstellungen finden 2026 in den USA statt, darunter die berühmte Show Hunt Slonem - Bunnies, Birds & Butterflies im Botanischen Garten in Dallas Arboretum von 20. April 20 - 30. September 30. Für 20...
Weitere Infos:
"Hunt Slonem - Neue Arbeiten 2026 Bunnies Birds and Butterflies - Dallas Flower Show"
Weitere Infos: FRANK FLUEGEL GALERIE
26.01.2026 bis 31.12.2026 in Nürnberg
FRANK FLUEGEL GALERIE mit Standorten in Kitzbühel/Österreich und Nürnberg/Deutschland hat im Januar 2026 neue original Arbeiten von Andy Warhol hereinbekommen. Dies geschieht parallel zur in Qatar stattfindenden Art Basel. Alle Kunstwerke sind natürlich signiert und nummeriert. Die Campbell Soup Serie zählt bei Sammlern zu den beliebtesten Mo...
Weitere Infos:
"Andy Warhol Cambells Soup Vegetarian Vegetable | FRANK FLUEGEL GALERIE"
Weitere Infos: FRANK FLUEGEL GALERIE
26.01.2026 bis 31.12.2026 in Nürnberg
FRANK FLUEGEL GALERIE is proud to present Art Basel 2026 Qatar - Edition | Curated Show, a special exhibition staged in parallel with the inaugural Art Basel Qatar. Taking place at the gallery's Nürnberg space, this curated presentation brings together a distinguished selection of original works by internationally celebrated artists Alex Katz, Andy...
Weitere Infos:
"Art Basel 2026 Qatar - Edition | Curated Show at Frank Fluegel Galerie"
Weitere Infos: FRANK FLUEGEL GALERIE
26.01.2026 bis 31.12.2026 in Nürnberg
Nürnberg/Kitzbühel/Los Angeles im Januar 2026. In Los Angeles hat das Mr. Brainwash Art Museum wie geplant nach vier Jahren seine Pforten geschlossen. Im Februar eröffnet erstmals die Art Basel Qatar ihre Tore. Gleichzeitig hat FRANK FLUEGEL GALERIE bereits eine der begehrten Vandalized Canvas Kunstwerke von Mr. Brainwash in der Präsentation. Di...
Weitere Infos:
"Mr. Brainwash | 2026 Vandalized Canvas Balloon Girl - Beautiful Girl"
Weitere Infos: FRANK FLUEGEL GALERIE
08.04.2026 bis 20.01.2027 in Nürnberg
Karlsruhe, Nürnberg, Kitzbühel, April 2026 Der deutsche Bildhauer Stephan Balkenhol hat im April 2026 zwei neue Bronzeskulpturen veröffentlicht. Der Titel der Skulpturen ist "Mann mit weißem Hemd und schwarzer Hose 2026" und "Venus 2026". Beide sind 68 cm hoch und in einer Auflage von 30 Exemplaren erschienen. Die beiden Bronzeskulpturen sind b...
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"Stephan Balkenhol neue Bronzeskulpturen 2026 erschienen - Mann mit weißem Hemd und schwarzer Hose - Venus | FRANK FLUEGEL GALERIE"
Weitere Infos: FRANK FLUEGEL GALERIE
16.06.2026 bis 31.01.2027 in Nürnberg
"The Gathering" basiert auf "Mr. and Mrs. R. Padgett, Mr. and Mrs. D. Gallup", einem berühmten Gemälde aus Alex Katz' ikonischer Phase der Gruppenporträts in den 1970er Jahren, das 2022 in der großen Retrospektive des Künstlers im Solomon R. Guggenheim Museum zu sehen war. Die Komposition fängt einen Moment ungezwungener Unterhaltung unter Freunden...
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"Alex Katz The Gathering - neue Edition erschienen | FRANK FLUEGEL GALERIE"
Weitere Infos: FRANK FLUEGEL GALERIE
16.09.2026 bis 14.02.2027 in Dachau
Raus aus dem Atelier, hinein ins Licht: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wenden sich die Mitglieder der Künstlergruppe "Die Scholle" gegen die akademische Enge und suchen nach Orten, wo ihre Kunst atmen kann. In Dachau und dem umliegenden Moor und in Holzhausen am Ammersee finden Künstler wie Leo Putz, Max Feldbauer und Fritz Erler neue Motive und pr...
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"Kunst braucht Luft!"
Weitere Infos: Gemäldegalerie Dachau
Dauerausstellung
Es erschien den Kölnern wie eine Botschaft aus einer besseren Welt, als Josef Haubrich 1946 seine Schätze der Stadt übergab. Diese Kunst hatte man schon verloren geglaubt. Nun zog sie in einer triumphalen Wanderausstellung durch Deutschland und Europa. Heute ist die Sammlung im Museum Ludwig untergebracht. Sie gilt als eine der besten des Expressio...
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"Meisterwerke der Moderne. Die Sammlung Haubrich im Museum Ludwig "
Weitere Infos: Museum Ludwig
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