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Ausstellung in Köln : "[email protected]"



KünstlerIN:
Brunhilde Bordeaux-Groult, Sebastian Fritzsch, Ankica Marjanovic, Linda Nadji, Marco Zumbé

Zeitraum: 07.09.2019 bis 31.10.2019

In den Räumen der Kölner Galerie DD55 wird am 06.09.2019 um 19:00 Uhr nach der ersten Gruppenausstellung in Berlin die zweite Gruppenausstellung von fünf in Köln ansässigen Künstlerinnen und Künstlern - Marco Zumbé, Ankica Marjanovic, Sebastian Fritzsch, Linda Nadji und Brunhilde Bordeaux-Groult - eröffnet.
Bei der Kölner Ausstellung "[email protected]" werden, wie der Titel bereits vermuten lässt, ortsspezifische Installationen und für diese Ausstellung speziell geschaffene neue Werke dominieren. Eine der Inspirationsquellen war die vorherige Nutzung der Galerieräume als Büroräume, in denen verschiedenste Arbeitsprozesse durchgeführt wurden. Die noch heute in der Galerie vorhandenen Charakteristika eines Büros bestimmen das Ausstellungskonzept. Die Künstlerinnen und Künstler finden zu einer imaginären Arbeitsgruppe zusammen und nehmen die Räumigkeiten der Galerie als Arbeitsplatz wahr. Die einzelnen Kunstwerke sind als persönliche Objekte der imaginären Mitarbeiter des Büros oder - im übertragenen Sinne - auch als deren Charaktere interpretierbar.
Marco Zumbé ahmt auf rohen Leinwänden mit Tuschestiften Muster und Oberflächen nach. Dabei finden sich das Myott-Teller-Motiv sowie Muster und Flächen aus alltäglichen Bereichen, wie z.B. Kacheln, Fließen oder auch Muster aus der Mode oder dem Design, wieder. Sodann druckt er seine Malerei bzw. Zeichnung mithilfe des Siebdruckverfahrens auf diese Muster. Diese Malerei besteht aus spontan/intuitiv entstandenen Linienkonstruktionen, die sich ineinander verschlingen. Hieraus ergibt sich ein Zusammenspiel, zum einen aus den unterschiedlichen Ebenen sowie zum anderen aus dem Spannungsfeld aus Original (Malerei) und Reproduktion (Siebdruck). Diese Vermischung von verschiedenen Arbeitsprozessen in seinen Werken korrespondiert mit dem Ausstellungsthema.
Ankica Marjanovic zeigt aus ihrer neuen Serie "Gefährt(e)" die minimalistische Stahlskulptur "RED RACER". Die Künstlerin verwendet insbesondere originale Materialien aus der Automobilindustrie; entsprechend ist die Arbeit mit dem Originalton "Ferrari RAL" pulverbeschichtet. Durch ihre dynamisch geschwungene Form und die glänzend-rot polierte Oberfläche strahlt die Skulptur Schnelligkeit, Kraft und Luxus aus. Dies kann man als Symbol bestimmter Charakteristika einer fiktiven Führungsperson deuten. Zudem ist Ankica Marjanovic mit einem figurativen Ölgemälde präsent, auf dem sie eine politische und feministische Botschaft verkündet, was als kritische Auseinandersetzung mit dem Missbrauch von Macht verstanden werden kann.
Sebastian Fritzsch hat eine eigene Bildsprache entwickelt, die aus einer Mischung aus figurativen und abstrakten Motiven besteht. Die einzelnen figurativen Elemente, die aus der Natur inspiriert sind, wie z.B. Kokons oder Knochen, und die abstrakten Formen füllen seine Bildflächen fast vollständig aus und finden sich stets in neuen und überraschenden Zusammenstellungen auf seinen Leinwänden und Papierblättern wieder. Der Künstler greift auf seine selbstgeschaffene Bilderwelt zurück, die man auch als eigenes Alphabet interpretieren kann. Seine zum Teil farbigen und zum Teil schwarz-weiß gehaltenen Arbeiten sind durch ihre Formsprache miteinander verbunden und erzählen den Betrachtern als Serie eine kodierte, emotional geladene Geschichte.
Linda Nadji ist mit mehreren Werken vertreten: Ihre Skulpturen versteinerter Handtaschen in Kombination mit ihren auf Briefumschlägen ausgefertigten Grafiken gibt neue gedankliche Anstöße zum Ausstellungsthema der Kunstgalerie als imaginären Arbeitsplatz. Im Ausstellungskontext können die Betonskulpturen als Mode Accessoires der fiktiven Mitarbeiterinnen aufgefasst werden, welche dem Betrachter zum Nachdenken über deren Inhalt oder auch Vorgeschichte einladen.
Die Künstlerin Brunhilde Bordeaux-Groult geht noch direkter mit dem Ausstellungsthema "Imaginärer Arbeitsplatz" um; als Kernstück ihrer Installation vewendet sie einen alten Schreibtisch. Dieser steht wie ein Denkmal der Arbeit elegant im Raum, auf ihm sind persönliche Gegenstände aus unterschiedlichen Zeitepochen angerichtet. Das Berufliche und das Private vermischen sich; die Zeit ist unbestimmt und individuell. Ein Pendant hierzu bildet eine Holztafel mit eingeritzten Motiven aus der Natur. Es besteht eine materielle Verbindung zu dem Schreibtisch, wobei sich inhaltlich sich neue Dimensionen der Interpretation eröffnen. Wie bei der Kunst Sebastian Fritzsch's ist auch bei ihr der Bezug zur Natur ein wichtiges Thema. Die Künstlerin kreiert unter Bezugnahme auf den naturphilosophischen Gedanken, dass alle Lebewesen denselben Ursprung haben und eine Einheit bilden, unterschiedliche Landschaften.
Unter Zugrundelegung dieses naturphilosophischen Gedankens besteht eine ursprüngliche Verbindung nicht nur zwischen den teilnehmenden Künstler/Innen und Besuchern, sondern zwischen allen Lebewesen des Makrokosmos. Innerhalb dieses Makrokosmos beleuchtet die Gruppenausstellung die Einzigartigkeit des Individuums, vor allem seiner kreativen und schöpferischen Gabe im Arbeitsumfeld.



Internetadresse:  http://www.dd55.gallery

Texte & Bild © DD 55 Gallery.

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