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"eine augenbilck"

Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten / München

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  • Ausstellungsvernissage am 31.10.2019. Foto: Ersin Cilesiz
  • Screenshot der Installation „Alice_IO“. Foto: Elisabeth Mayer
  • Ansicht von Camilla Gerbers Arbeit „sie und ihre formen“. Foto: Camilla Gerber
  • Ansicht von Anne Wellenreichs Arbeit „effugere caput galeatum“.Foto: Camilla Gerber
  • Serio Digitalino und Anne Wellenreich beim Ausstellungsaufbau. Foto: Camilla Gerber
  • Serio Digitalino Foto: Ersin Cilesiz



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Ausstellung in München : "eine augenbilck"



KünstlerIN:
Elisabeth Mayer, Anne Wellenreich, Camilla Gerber

Zeitraum: 31.10.2019 bis 24.11.2019

Von Sophie den Toom

Serio, du hast "ein augenblick" im Auftrag des VBK kuratiert.
Was ist die VBK? Was macht sie und was ist ihr Ziel?

S.D.: Die VBK ist die Vereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler in ver.di, die in erster Linie Kreative unterstützt, beispielsweise bei Fragen wie: "Wie setze ich einen Vertrag auf?" oder "Wo kann ich meine Kunst ausstellen?"
Glücklicherweise haben wir mit dem Kunstpavillon ein wunderschönes Haus zur Verfügung, in dem wir gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern Förderausstellungen wie diese hier organisieren.
Damit wird ihnen der Start in ihren Beruf erleichtert.

Was hat dich an dieser Ausstellung gereizt?
Wie genau warst du als Kurator im Organisationsprozess involviert?

S.D.: Ich habe Camillas, Annes und Elisabeths Arbeiten bei der Werkschau 2018 gesehen und fand sie sehr interessant, da sie alle eine Aussage hatten. Es hat mich fasziniert, mehr über die Arbeitstechniken der Künstlerinnen zu erfahren, da ich selbst als Künstler auch mit diversem Material arbeite.
Es ist mir wichtig, dass im Kunstpavillon nicht rein dekorative Kunst zu sehen ist, sondern eine, die nachfragt. Wenn der Betrachter sie sieht, dann muss er sich fragen: Warum macht der Künstler das so? Was ist damit gemeint? Was für eine Botschaft ist dort für mich versteckt?
Und das ist den Künstlerinnen von "ein augenblick" wunderbar gelungen.
In der Organisation habe ich versucht, die Künstlerinnen mit Aufgaben zu motivieren und immer wieder nachzuhaken: "Was muss besorgt werden?" "Ich brauche großformatige Kunst!", "Wie weit seid ihr mit euren Arbeiten?"
Wenn ich das alles allein erledigt hätte, dann hätten die Künstlerinnen nichts dabei gelernt.

A.W.: Du hast uns einen Tritt in den Hintern gegeben!

S.D.: Das habe ich glaub ich ganz gut hinbekommen!

Ergänzend zur Ausstellung gibt es ein praktisches Vermittlungsprogramm, in dem die BesucherInnen unter anderem digital und analog malen können.
Warum ist es wichtig, die BesucherInnen auf diese Weise einzubeziehen?
Was hofft ihr, ihnen mit eurer Vermittlung mit auf den Weg zu geben?

E.M.: Ausstellungen sind ja zum einen dazu da, um Diskussionen auszulösen, zum anderen, um die Menschen mit neuen Sachen in Kontakt zu bringen.
Dazu biete ich mit Camilla am 17.11. den Workshop "TILT BRUSH" an, in dem man mit einer VR-Brille dreidimensional malen kann.
Ich stelle die technischen Geräte zur Verfügung, gebe eine kleine Erklärung und danach kann man sich austoben. So kann man die Technik ausprobieren, ohne selbst ein Gerät kaufen und aufbauen zu müssen.
Mein Werk ist auch etwas, das man nicht jeden Tag sieht. Es ist eine Kombination aus herkömmlicher Virtual Reality, die man mit 3D-Brillen erforscht, und einer professionellen Installation - eine immersive Installation. Deswegen ist das Besucherfeedback für mich sehr interessant.

C.G.: Wenn man als Besucher in den Ausstellungsraum geht, aber mit niemandem über das Gesehene spricht, dann fehlt da etwas.
Deswegen wollten wir ein Begleitprogramm mit Workshops und Führungen anbieten, damit man sich mehr mit den Werken und der Thematik auseinandersetzt und man so auch vielleicht den ein oder anderen Denkanstoß bekommt.

A.W.: Das sind ja letztendlich die Punkte, warum Kunstvermittlung überhaupt wichtig in der Gesellschaft ist und immer mehr gefragt wird. Nicht nur im Hinblick auf unseren Hintergrund, auch generell wird Kunstpädagogik und Kunstvermittlung immer bedeutender.
Leider ist der Bereich aber trotzdem noch schlecht bezahlt.

Bau eines Rahmens im Workshop "Bau einer kleinen Leinwand und experimentelle Gestaltungsmethoden", 10.11.2019.
Der Kampf für Gleichberechtigung nimmt gerade mit der erfolgreichen Senkung der sogenannten "Tamponsteuer" oder Debatten um "toxische Männlichkeit" so richtig an Fahrt auf.
Was kann jede und jeder einzelne von uns tun, um zur Entmachtung von Stereotypen beizutragen?

S.D.: Man sollte Kommunikationsmöglichkeiten schaffen, die nach dem "Warum" fragen, wie eben diese Ausstellung.
Die Reaktionen darauf sind sehr verschieden.
Wir hatten hier schon Besucher, die den Aussagen der Werke nicht zustimmten und meinten: "Das war damals so, heute ist die Situation anders."
Doch egal, ob das Feedback positiv oder negativ ist: Eine Ausstellung muss an den Betrachter herankommen und ihn zur Diskussion motivieren.

A.W.: Wie es auch in meinem Konzepttext heißt, braucht es ein Umdenken. Das kommt aber nur, wenn jeder anfängt, an der eigenen Denkweise was zu ändern. Und das ist wohl das Schwierigste überhaupt, denn Stereotypen, egal welche, sind irgendwo auch natürlich für den Menschen.
Solche Errungenschaften wie der Protest der Entfernung des Gedichtes in Berlin sind gut, aber für mich eher eine Behandlung der Symptome statt der Ursachen.
Wenn wir von so einer Denkweise bereits befreit wären, dann würden diese Probleme und Fragen gar nicht aufkommen.
Es ist ein Kampf, ein Ausbruch und der ist nicht einfach und wahrscheinlich auch nicht schön.

C.G.: Der erste Schritt ist auch, dass man im Freundeskreis oder anderen Kreisen solche Themen, die jahrelang unter den Teppich gekehrt wurden, offen anspricht.
Oft denkt man nämlich, man ist mit seinen Problemen alleine. Wenn man aber offen kommuniziert, wird klar, dass es vielen anderen genauso geht. Solche Prozesse führen zu einem Umdenken und genau dieses möchten wir mit unserer Ausstellung anregen.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Samstag 13 - 19 Uhr Sonntag 11 - 17 Uhr

Texte & Bild © Serio Digitalino.

Bitte vergewissern Sie sich bezüglich der Aktualität dieser Informationen beim Veranstalter.


  Weitere Infos: Serio Digitalino

Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten / München

Zeitraum: 31.10.2019 bis 24.11.2019

Adresse:
Sophienstr. 7a
80333 München

AnsprechpartnerIn: Herr Serio Digitalino
[Kurator]

Telefon: 01735667145
Email:     [email protected]
Öffnungszeiten: Dienstag - Samstag 13 - 19 Uhr Sonntag 11 - 17 Uhr


Serio Digitalino

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