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Ausstellung in Bonn : "HYPEROBJECTS"



KünstlerIN:
Birgitta Weimer, Lea Grebe, Claudia Mann

Zeitraum: 22.10.2020 bis 05.12.2020

HYPEROBJECTS
Ein Ausstellungskonzept von Birgitta Weimer
There you are, "sheltering in place" to stop the spread of Covid-19, the hyperobject of our age, the hyperobject within a hyperobject, the global warming one. Is it global warming prep? Is it a disastrous distraction? You're terrified, if you're like me - Timothy Morton 2020

Im Jahr 2000 schlug der Atmosphärenforscher Paul Crutzen die Verwendung des Begriffes Anthropozän für die aktuelle, durch den Menschen geprägte geologische Epoche vor. Seit 2007 widmet sich eine geowissenschaftliche Kommission der Frage, ob es als neues Erdzeitalter im Anschluss an das Holozän festgelegt wird. Das Anthropozän umfasst eine komplexe Thematik vom Artensterben über den Klimawandel, der sich im Abschmelzen von Polkappen, Gletschern und Permafrostböden äußert, über den damit verbundenen Anstieg der Meeresspiegel, die Übersäuerung der Ozeane und des Erdbodens, der Übernutzung zur Verfügung stehender Ressourcen bis hin zur Verschmutzung von Gewässern, Licht und Luft sowie die damit verbundenen sozio-kulturellen Faktoren.
Diese vielfältig miteinander verwobenen ökologischen und sozioökonomischen Aspekte des Anthropozäns nennt der amerikanische Philosoph Timothy Morton Hyperobjects - Gebilde von so gewaltigen zeitlichen und räumlichen Dimensionen, dass sie traditionelle Vorstellungen darüber, was ein Ding überhaupt ist, zunichte machen. Der Begriff Hyperobjects impliziert, ein Ende der Welt bereits in dem Sinne eingetreten ist, dass unsere Vorstellung und Definition von Welt, Natur und sogar Umwelt kein sinnvoller Horizont mehr sind, vor dem menschliche Ereignisse stattfinden.
Die aktuelle Pandemie ist ein Paradebeispiel für ein Hyperobject: Ein winziges Virus beherrscht die Welt. Zoonosen wie Covid-19 werden durch die Eingriffe des Menschen in Landschaften und Ökosysteme begünstigt. Der Mensch wird also selbst zum Risiko für Seuchen.
Vordenker des Anthropozäns wie Bruno Latour knüpfen an die Gaia-Hypothese an, die in den siebziger Jahren von dem Chemiker James Lovelock und der Mikrobiologin Lynn Margulis entwickelt wurde. Sie definiert die Erde als ein Lebewesen, das Bedingungen schafft und aufrechterhält, welche die Evolution komplexer Organismen ermöglichen. In seinem Manifest Où aterrir? (2017) beschreibt Latour, wie die Natur aufgrund der ökologischen Folgen des menschlichen Handelns die Bühne betritt und mit uns interagiert. Gaia steckt nicht nur Schläge ein, sondern schlägt immer öfter gewaltsam zurück.
Hyperobjects beabsichtigt nicht die Dokumentierung einzelner Aspekte des Anthropozäns, sondern die künstlerische Erforschung der zutiefst verunsichernden Erfahrung des Endes der Welt, wie wir sie kannten.
Die in der Ausstellung gezeigten Werke sind gemäß dem Konzept von Hyperobjects grundsätzlich mehrdimensional, ausschnitthaft und damit grenzenlos.

Birgitta Weimer (*1956 Gemünden am Main, Studium an der Hochschule für bildenden Künste Hamburg, Klasse Prof. Sigmar Polke und Ulrich Rückriem), zeigt eine in diesem Jahr entstandene vielteilige Installation mit dem Titel The Spread. Die Besucher bewegen sich in einer Landschaft aus schwarz verkohlten Holzstücken, The End of the Carbon Age, die, von aus dem Boden wachsenden Kupferrohren umwuchert sind. Wie Rhizome scheinen sich diese unaufhörlich und unheimlich weiter auszubreiten. Aus der Wand ragen wie Inseln Gebilde von Kupferrohren, Sections of Exponential Growth. Das Phänomen des exponentiellen Wachstums, mit dem wir uns in der Pandemie konfrontiert sehen, wird hier wie auch in einer Serie von Papierarbeiten, Emotional Seismology, thematisiert, in denen aktuelle Erschütterungen in vieldimensionale Farbstrukturen verwebt werden.

Im Anthropozän wird das anthropozentrische Weltbildin eine Kollaboration aller Lebewesen auf diesem Planeten transformiert. Auf diesem Hintergrund schafft Lea Grebe (*1987 München, Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München, Klasse Prof. Axel Kasseböhmer) Skulpturen und Zeichnungen, in denen sie Interaktionen von Lebewesen thematisiert. Ausgehend von einem Archiv gefundener toter Insekten setzt sie diesen kleinsten scheinbar unbedeutenden Lebewesen ein Denkmal in Form von Bronzegüssen. In Zeichnungen untersucht sie in Serien visuelle Muster und Abläufe, wie sie bei Schwärmen von Tieren zu beobachten sind, die aber auch Vergleiche zu unserer menschlichen Alltagswelt zulassen.
Die Symbiose aller Lebewesen, die Timothy Morton in seinem Buch Humankind "Solidarity with Nonhuman People" nennt, thematisiert auch Alex Kassian (*1986 Kyoto, Studium BA Design & Research an der Goldsmiths University of London), der seine Soundinstallation Rhythms of Life präsentiert. Im Kellergewölbe der Galerie hören wir die Atemzüge eines Menschen, die beinahe wie Meeresrauschen klingen. Dieses Projekt demonstriert eindrücklich die einzigartige Verbindung unseres Körpers zu den natürlichen Rhythmen des Lebens auf der Erde.
Claudia Mann (*1982 Wuppertal, Bildhauerstudium an der Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Didier Vermeiren) zeigt Skulpturen im Hof und im Eingangsbereich der Galerie. Ihre Arbeiten stehen in direktem Bezug zur Erde: Sie arbeitet mit dem Boden, in den sie Löcher gräbt und diese z.B. in ihren Körpermaßen abformt. Es entstehen Gefäße und Hüllen, die mitunter an Sarkophage erinnern und auf eine Abwesenheit des Körpers bzw. der Erde verweisen. In ihrem Werk ist ein unmittelbarer Bezug zwischen Körper und Erde und damit zu Gaia hergestellt. Die Hände der Skulptur From Hand to Head versinnbildlichen das Anthropozän und werden zu Hyperobjects.


Öffnungszeiten:
Mittwoch 10 - 18 Uhr
Donnerstag, Freitag 14 - 18 Uhr
Samstag 11 - 15 Uhr

und gerne nach Vereinbarung




Internetadresse:  http://www.galerie-andreae.de

Texte & Bild © Galerie Judith Andreae.

Bitte vergewissern Sie sich bezüglich der Aktualität dieser Informationen beim Veranstalter.


  Weitere Infos: Galerie Judith Andreae

Zeitraum: 22.10.2020 bis 05.12.2020

Adresse:
Paul-Kemp-Str. 7
53173 Bonn

Email:     [email protected]
Öffnungszeiten: Mittwoch 10 - 18 Uhr
Donnerstag, Freitag 14 - 18 Uhr
Samstag 11 - 15 Uhr

und gerne nach Vereinbarung



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