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"Decay, kuratiert von Marc Wellmann"

Galerie Mario Mazzoli / Berlin



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Ausstellung in Berlin : "Decay, kuratiert von Marc Wellmann"



Künstler:
Pe Lang, Marianthi Papalexandri-Alexandri, Brandon LaBelle, Andy Graydon

Zeitraum: 20.01.2011 bis 12.03.2011

Die Ausstellung "Decay" in der Galerie Mario Mazzoli zeigt Werke von vier seit kurzem in Berlin lebenden Künstlern aus den USA, der Schweiz und Griechenland, die sich auf unterschiedlicher Weise mit Konzepten der Temporalität und Vergänglichkeit befassen. "Decay" verweist im Englischen einerseits auf den Bedeutungszusammenhang biologischer Zersetzung im Sinne von "verwesen", "verderben", "verfaulen" oder "verwelken". Zudem ist es ein im Klangkontext verwendeter Begriff, der das Abklingen, Herabsinken oder Vergehen eines Tons bezeichnet (bspw. bei der Attack-Decay-Sustain-Release-Hüllkurve eines Synthesizers). Für die Werke in der Ausstellung bezieht sich "Decay" auf das Kontinuum von Werden und Vergehen, auf den Prozess stetiger Transformation im Medium akustischer und kinetischer Kunst. Es geht vor allem um eine ästhetische Würdigung und Kontemplation des Unfertigen, in dem sich die Dinge als nicht abgeschlossen und wandelbar zeigen.

Decay
Gruppenausstellung mit Andy Graydon, Brandon LaBelle,
Pe Lang und Marianthi Papalexandri-Alexandri
Eröffnung 20. Januar 2011

Die Ausstellung "Decay" in der Galerie Mario Mazzoli zeigt Werke von vier seit kurzem in Berlin lebenden Künstlern aus den USA, der Schweiz und Griechenland, die sich auf unterschiedlicher Weise mit Konzepten der Temporalität und Vergänglichkeit befassen. "Decay" verweist im Englischen einerseits auf den Bedeutungszusammenhang biologischer Zersetzung im Sinne von "verwesen", "verderben", "verfaulen" oder "verwelken". Zudem ist es ein im Klangkontext verwendeter Begriff, der das Abklingen, Herabsinken oder Vergehen eines Tons bezeichnet (bspw. bei der Attack-Decay-Sustain-Release-Hüllkurve eines Synthesizers). Für die Werke in der Ausstellung bezieht sich "Decay" auf das Kontinuum von Werden und Vergehen, auf den Prozess stetiger Transformation im Medium akustischer und kinetischer Kunst. Es geht vor allem um eine ästhetische Würdigung und Kontemplation des Unfertigen, in dem sich die Dinge als nicht abgeschlossen und wandelbar zeigen.

Andy Graydon wurde 1971 in Maui, Hawai, geboren und hat zunächst ein Studium an einer Filmhochschule abgeschlossen. Seine größtenteils ortsspezifischen Installationen basieren auf der Interaktion und Verschmelzung von realem Raum mit virtuellem Bildmaterial, häufig verbunden mit Klang. Er beschreibt seine Projekte als "science fiction ecologies" im Hinblick auf die Wandelbarkeit der Realität und die fiktionale Überformung unserer Umwelt durch die Welt der Medien. Graydon nahm unter anderem 2008 an der Eröffnungsausstellung des New Museums in New York teil und wurde 2007 mit einer Einzelausstellung im Portland Art Center in Oregon geehrt.
Andy Graydons Video-Installation Untitled (band pass) besteht aus einem weißen Lichtstreifen, der über einen Haufen Bauschutt langsam hin und her gleitet und dessen Volumen gleichsam abtastet. Die rohe, ungestaltete Stofflichkeit der auf den Boden des Ausstellungsraums gehäuften Materialien steht im deutlichen Kontrast zum ephemeren Charakter des von der Decke mit geometrischer Genauigkeit projizierten Lichts. Der bewegende Lichtstreifen assoziiert eine digitale Bilderzeugung, wie man sie von Kopierern oder Scannern her kennt. Gleichzeitig ist er eine Metapher für Zeitlichkeit bzw. Gegenwärtigkeit. Die Textur des Materials wird entlang des Lichtstreifens in scharfer Prägnanz aus der Dunkelheit des Raums hervorgeschält. Die klare Sichtbarkeit und auch Bildhaftigkeit des Schutthaufens wird als visuelle Reduktion erfahren und ist begrenzt auf den Ausschnitt und die Momentanität des sich bewegenden Lichtstreifens.

Der 1969 in Memphis, Tennessee geborene Autor, Künstler und promovierte Kulturtheoretiker Brandon LaBelle war mit seinen Klanginstallationen, architekturbezogenen Raumkompositionen und Live-Performances weltweit auf verschiedenen Festivals und Ausstellungen präsent. Darüber hinaus hat sich LaBelle auch mit seinen Schriften über experimentelle Musik und Klangkunst einen wissenschaftlichen Namen gemacht. Derzeit unterrichtet er als Professor an der Nationalen Kunstakademie in Bergen, Norwegen.
Seine Arbeit Meditation on a Future Horizon basiert auf einer Auswahl revolutionärer Slogans aus unterschiedlichen Epochen und Regionen, die von einer handbetriebenen Spieluhr in den Klang einer absurden Melodie verwandelt werden. Dabei übertrug LaBelle den Text auf ein Streifen Notenpapier und stanzte die Buchstaben an vorher festegelegten Punkten aus, wodurch sich die geschriebene Sprache in die naiven Tonfolgen der Spieluhr übertragen ließ. Der ironisch markierte Übersetzungsvorgang verweist auf das transformatorische Potential revolutionärer Ideen, die auf die Veränderung ganzer Gesellschaften hin verfasst wurden. Das Abspielen der Melodien ist auf Videomonitoren zu sehen inmitten einer Installation aus Regalen, Tischen und Stühlen, in denen die entsprechenden Bücher und Texte präsentiert und den Betrachtern zur Lektüre angeboten werden.


Der 1974 geborenen Schweizer Künstler Pe Lang ist in den letzten Jahren durch innovative Klangskulpturen und kinetische Objekte bekannt geworden, für die er diverse internationale Preise erhielt. Seine handgearbeiteten mechanischen Skulpturen, bei denen unterschiedliche physikalische Kräfte zum Einsatz kommen und geistreich miteinander kombiniert werden, sind gleichzeitig auf Verblüffung und Verzauberung angelegt. Sie verblüffen durch den hervorgerufenen Effekt bzw. die zugrundeliegende Idee, sind dabei aber stets als ästhetisches Ereignis wahrzunehmen, das mit Begriffen wie Poesie oder Eleganz beschrieben wird. Pe Lang ist künstlerischer Autodidakt, der über die experimentelle Musik über Klangkunst zur kinetischen Kunst gelangte.
Im Zentrum der Ausstellung stehen zwei Maschinen, deren Bewegungen einen in sich selbst mündenden Zyklus durchlaufen. Bei moving objects | nº 485 von 2010 wird eine Platte, auf der in Vertiefungen 1836 kleine Stahlkugeln liegen, durch einen drehenden Unwuchtmotor derart in Schwingungen versetzt, dass sich nach einer gewissen Zeit die überwiegende Mehrzahl der Kugeln synchron bewegt, um dann wieder in die anfängliche Unordnung zurückzufallen. Dieses Interferenzphänomen tritt dann ein, wenn die Masse der im Gleichtakt schwingenden Kugeln der des Unwuchtmotors entspricht und ihre Bewegungen sich gegenseitig behindern. Die zweite Arbeit, positioning systems - falling objects von 2009, ist eine elektronisch gesteuerte Pinzette, die auf einer speziellen Textur Wassertropfen in einer Größe aufbringt, in der sie durch die Oberflächenspannung des Wassers zu einer annähernd perfekten Kugel geformt werden. Die Pinzette durchwandert ein Quadrat von 20 x 20 Tropfen und kehrt nach circa 300 Minuten genau in dem Moment an den Anfang zurück, wenn das Wasser dort verdunstet ist.

Die Komponistin Marianthi Papalexandri-Alexandri wurde 1974 in Griechenland geboren und beschäftigt sich neben ihren experimentellen Klangwerken seit Jahren mit der Erschaffung neuartiger Instrumente, die an einer höchst eigentümlichen Schnittstelle von Musik, darstellender Kunst und Installation zu verorten sind und häufig in konstruktiver Zusammenarbeit mit Pe Lang entstehen. Untitled II von 2010 ist eine von drei Motoren angetriebene Klangskulptur, die im Rahmen einer Performance auch manuell als Instrument gespielt werden kann. Sie besteht aus unterschiedlich großen Plexiglaszylindern, deren vorderes Ende mit einer Membran verschlossen ist, von der aus jeweils ein Nylonfaden zu einer mit Kolophonium als Gleitmittel bestrichenen Winde führt. Die Drehungen der Winde verursachen arbiträre Veränderungen der Fadenspannung, die sich als Geräusche im Klangkörper der Zylinder niederschlagen. Das akustische Erlebnis ist unmittelbar verknüpft mit der visuellen Präsenz des Objektes als Skulptur. Für dieses Instrument hat Marianthi Papalexandri-Alexandri eine Partitur verfasst und eine eigene Notation entworfen, die das genaue Spielen des Instruments ermöglicht. Diese Notation ist der Installation in Form einer Schablone, ebenfalls aus durchsichtigem Acrylglas, als skulpturaler Teil beigegeben und markiert die Verschmelzung von performativen und visuellen Künsten in Marianthi Papalexandri-Alexandris Werk.

Marc Wellmann, Januar 2011


Öffnungszeiten:
Di-Sa 12-18



Internetadresse:  www.galeriemazzoli.com

Texte & Bild © Galerie Mazzoli GmbH.

Bitte vergewissern Sie sich bezüglich der Aktualität dieser Informationen beim Veranstalter.


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Zeitraum: 20.01.2011 bis 12.03.2011

Adresse:
Potsdamer Str 132
10783 Berlin

AnsprechpartnerIn: Mario Mazzoli
[Geschäftsführer]

Telefon: 030-75459560
Fax:         030-75459560
Email:     [email protected]
Öffnungszeiten: Di-Sa 12-18


Galerie Mario Mazzoli

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