Ralph Herrmann / Recklinghausen

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KuenstlerIn/ Ralph Herrmann / Recklinghausen

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    Über die Arbeit/ Zur Person

    Geboren 1949 in Gelsenkirchen-Buer
    Lebt und arbeitet seit 1976 in Recklinghausen
    Atelier und Wohnung von 1987 bis 2007 im Künstlerhaus Kenkmannshof

    Seit 2007 mit Ulla Höpken im eigenen Atelierhaus artur in Recklinghausen.

    Dreijährige Ausbildung in Illustration und Werbegraphik
    Studium an der Pädagogischen Hochschule Essen (Abt. Kunst-Werkerziehung)
    Studium der Bildhauerei und Malerei an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Düsseldorf bei Prof. Joseph Beuys.

    Das letzte Semester bei Gerhard Richter.




    Von 1974 - 1977 Lehrtätigkeit als Kunsterzieher

    Seit 1977 freiberuflicher Maler und Bildhauer

    1992 - 2000 Vorsitzender der Genossenschaft Bildender Künstler.

    Leiter der Galerie im Cranach-Haus, zusammen mit den Künstlern Ulla Höpken und Pitt Moog.

    Projektleiter des Kulturstadt Weimar 1999 Projektes "Weimar aus dem Rahmen" u.a.mit:

    Rosemarie Trockel, Bernd Schwarzer, Jörg Immendorff, Emil Schumacher, Uwe Bremer, Thomas Lenk, Günter Weseler, Fred Thieler, HA Schult, Mario Reis, Tom Mosley, Uwe Bremer, Rolf Escher, Udo Lindenberg, Germaine Hoffmann, Gottfried Helnwein, Editha Pröbstle.



    1996 - 2004 Mitglied der Bergischen Kunstgenossenschaft, Wuppertal

    Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland




    Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen




    Betätigung im audiovisuellen Bereich

    Arbeitet seit 2005 wieder kunstdidaktisch.




    Zu den Bildern von Ralph Herrmann

    Das Formen des Formlosen

    Alle Arbeiten von Ralph Herrmann, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden sind, haben den Himmel, die Wolken das Licht zum Thema. "Das Formen des Formlosen" seinem Werk als Titel voran gestellt, nimmt Bezug auf seine Gestaltung von Himmelslandschaften.
    Herrmann koppelt die Elemente Himmel, Wolken, Licht aus der Landschaft aus und isoliert sie. In der traditionellen Landschaftsmalerei dienen diese Elemente als Träger von Stimmungen und Symbolik, die eng an den Landschaftstyp, den Ort oder das Bildthema gebunden sind. Bei Herrmann hingegen sind Licht und Wolken aus jedem zeitlichen und örtlichen Kontext herausgelöst. Sie beziehen ihre gestalterische Kraft nicht aus dem wie auch immer eingesetzten gegenständlichen Bezug oder im formalen Sinne aus der Bildkomposition, sondern allein aus der malerischen Behandlung und Wirkung von Farbe, Licht und Räumlichkeit.
    Eigentlich repräsentieren diese Wolkenbilder einen Widerspruch in sich. Einerseits sind sie Momentaufnahmen unsteter, veränderlicher Erscheinungen, die dargestellten Wolken, das Licht, die Farben werden sich im nächsten Augenblick schon wieder gewandelt haben. Andererseits können die Bilder aber auch als Ausdruck ewiger, immer wiederkehrender Gesetzmäßigkeit gedeutet werden. Sie sind statisch und dynamisch, beständig und flüchtig zugleich.
    Inhaltlich sind Herrmanns Bilder realistische Landschaft- oder besser Naturdarstellungen, er verzichtet jedoch auf konkrete Gegenständlichkeit, er führt uns keine landschaftlichen Sehenswürdigkeiten vor, sondern nur Immaterielles, Bewegung, Veränderlichkeit, Licht und Farbe. Ähnlich wie die Romantiker, wie Turner, Constable und die Impressionisten, stellt er die traditionelle Landschafsmalerei in Frage.
    " Mehr als die Malerei scheint die heute maßgebliche Literatur das zu bestätigen, und wenn auch nur in der Gestalt eines ihrer wesentlichen Autoren. Als eine Erfindung des Unter schrieb Rolf Dieter Brinkmann Sätze über die Wolken, die in ihrer übergroßen Schärfe mehr erkennen lassen, als nur die Intensivierung der Gegenwart durch das Ferne, das Seltene, Wunderbare, Geheimnisvolle... Weit in der Ferne ziehen Wolkenschwaden in langen schleppenden Bewegungen wie Matten aus den Niederungen vor einer Bergkette her.
    Prähistorische und posthistorische Landschaften, fern, in der Luft im Raum schwebend, und die Augen dringen weiter in den abenteuerlichen großen Raum ein, der menschenleer ist, zerbrechende Formen, ungehauene Formen aus Licht, ohne Wörter ohne Sprache, ohne Verbote, Stürze von Helligkeiten, fern im Raum...






    1820 veröffentlichte Shelley das Gedicht : The Cloud

    Ich bin von der Erde und dem Meer geboren / Ein Pflegling der Luft, ich fliehe
    Durch des felsigen Strandes, des Meeres Poren / Ich wandele mich, sterbe nie
    Denn wenn nach dem Regen klar und rein / Das Zelt des Himmels zu schaun
    Und der fegende Wind und der Sonneschein / Die luftigen Dome erbaun,
    Lache ich still meines Grabmals in blauer Luft / Und aus Regens Gruft kehre ich wieder"

    Auszug aus der FAZ Nr. 257, Rainer-Michael Schaper "Wolkenbilder "


    Himmel und Wolken erscheinen als letzte vom Menschen und seinen Eingriffen und Zerstörungen, scheinbar unberührte Natur. Diese bewusste Ausklammerung des Menschen und der Spuren seiner Tätigkeit bedeutet Kritik an unserer heutigen Zeit. Wer das Erhabene sucht, findet es nicht mehr auf der Erde. Himmel und Wolken werden zum letzten Refugium einer romantisch orientierten Naturdarstellung, die es vermeidet, Idyllisierend oder verlogen zu sein.
    Denkbar ist auch, letztendlich die völlige Auslöschung durch eine akute oder die allmähliche ökologische Katastrophe.
    Der Mensch hätte dann sein fatales Streben vollbracht: Er hätte sich für die Vertreibung aus dem Paradies, mit dessen Zerstörung gerächt.

    Mögen diese Bilder daran erinnern, dass die Natur zwar ohne den Menschen, der Mensch aber nicht ohne die Natur existieren kann

    Reinhard Hellrung, Museum Gelsenkirchen

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Texte & Bild © Ralph Herrmann

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