Künstler Manuela Höfer / Bad Lobenstein
Künstler/ Manuela Höfer / Bad Lobenstein
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Über die Arbeit/ Zur Person
Manuela Höfer zählt zu den Vertreterinnen der experimentellen Fotografie in Deutschland. Im
Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens steht das Fotogramm, dessen formale und gestalterische
Grenzen sie immer wieder neu auslotet. Damit setzt sie sich als eine der wenigen Frauen in einer
langen Tradition dieser Technik und eines Mediums durch, das ihrer individuellen Ausdrucksform
entspricht. Schon Künstler wie Christian Schad, Man Ray und László Moholy-Nagy haben sich
intensiv mit Fotogrammen beschäftigt.
Seit den 1990er-Jahren entwickelte Höfer das Verfahren eigenständig weiter, indem sie Papier-
Negativ und Papier-Positiv kombinierte. Dabei entstanden einerseits Werke, die analoge Fotografie
mit Fotogrammen verbinden, andererseits Experimente, die digitale Fotografie mit klassischen
Schwarz-Weiß-Prozessen im Labor verschmelzen.
Ab den 2000er-Jahren, als der fotografische Film zunehmend vom Markt verschwand, nutzte Höfer
einfache Digitalkameras als "Skizzenblock". Die aufgenommenen Bilder dienten ihr als Grundlage,
um sie anschließend im analogen Fotolabor in einzigartige Fine-Art-Prints zu verwandeln
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Künstler-Statement:
Manuela Höfer „Nature Calling“ 2020 - 2023 Werkverzeichnis – Nr. 32 Manuela Höfer wurde 1965 in Jena geboren und lebt seit 2020 in Bad Lobenstein/Thüringen. Die Fotografie bietet ihr die Möglichkeit, mit Licht zu „zeichnen“. Durch die Reduktion auf Graustufen treten Licht und Schatten in den Vordergrund, formen die Strukturen der Natur und verleihen den Bildern eine besondere Intensität. Höfers Arbeiten sind Unikate, die in Zwischenstufen entstehen – von der Aufnahme über das Papier-Negativ bis hin zum Fine-Art-Print. Auch die Landschafts- und Naturstudien ihres aktuellen Werkes „Nature Calling“ folgen diesem Ansatz. Sie entstanden in einer Zeit, in der gesellschaftliches Leben durch feste Ausgehzeiten, Abstandsregeln und Schutzmasken geprägt war und Alltagsvorgänge zum Stillstand kamen. Höfer erlebte erneut, wie sich die Welt von einem Tag auf den anderen verändern kann. Anders als nach dem Zusammenbruch der DDR, als sie mit neu gewonnener Freiheit und der Kamera im Gepäck Weltmetropolen bereiste, richtet sich ihr Blick nun auf ihre unmittelbare Umgebung und auf sich selbst. Mitten im Thüringer Wald, umgeben vom frischen Duft der Bäume, scheint die Zeit für einen Moment stillzustehen. Doch auch hier vollzieht sich ein Wandel: „Nature Calling“ bewegt sich zwischen Höfers Verbundenheit mit dieser Landschaft und dem langsamen Rückgang des Waldbestandes. Die Bilder spiegeln den Betrachter wider: Der eine erkennt in Licht und Schatten Baumgesichter, Waldwesen oder die Bäume als Lebenssymbol; der andere nimmt den Verfall wahr und empfindet die Atmosphäre als düster. Höfer degradiert die Bildqualität bewusst, um den Blick nicht zu sehr auf technische Perfektion, sondern auf das Wesentliche zu lenken: die existenzielle Bedeutung des Waldes für den Menschen – und zugleich die Folgen menschlichen Eingreifens durch Verschmutzung, kommerzielle Abholzung und Monokulturen. Zeigt „Nature Calling“ also den stillen Ruf der Natur – oder einen Aufschrei? Höfers Bilder lassen diese Frage offen und öffnen den Raum für Reflexion, zugleich poetisch und mahnend, zwischen Schönheit, Vergänglichkeit und Verantwortung. Unikate Barytabzüge im Format 50 cm x 60 cm Bestand: 50 Prints
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Künstlerischer Werdegang/ Lebenslauf:
Manuela Höfer verfügt über mehr als vierzig Jahre Erfahrung mit fotografischen Praktiken und
Prozessen. Nach einer Ausbildung zur Fotolaborantin und zur Fotografin studierte sie Fotografie an
der Hochschule für Film, Fernsehen und Fotografie "FAMU" in Prag. Ihr besonderes Interesse galt
dabei stets der analogen Fotografie und dem Fotogramm.
Im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit organisierte sie Ausstellungen und Messen für Fotograf*innen
in London und Berlin und eröffnete zudem eine eigene Fotogalerie in London. Während längerer
Arbeitsaufenthalte in Prag, London sowie in Bayern und Thüringen entstanden jeweils
ortsspezifische Projekte und Ausstellungskonzepte. Bis heute fertigt sie klassische, hochwertige
Baryt-Abzüge im eigenen Schwarz-Weiß-Labor an. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen
vertreten, wurden europaweit in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert und in der
Fachliteratur publiziert.
Heute liegt die Stärke eines neuen Höfer-Werkes darin, dass es die Essenz aus vier Jahrzehnten
fotografischer Forschung und Experimentierfreude bündelt. Es ist die visuelle Manifestation ihrer
persönlichen Lebensreise: Ihre Bilder zeigen eine intime Auseinandersetzung mit der jeweiligen
Umgebung und eine tiefe Faszination für die natürliche Welt. -
Texte & Bild © Manuela Höfer
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www.lichtphilosophie.com
Berlin