birgit ramsauer / Berlin

 


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    Über die Arbeit/ Zur Person

    Birgit Ramsauer
    Hornstraße 4, SF 5.Stck
    10 963 Berlin
    0177-7242802
    BirgitRamsauer@aol.com
    www.BirgitRamsauer.net


    Zu meiner Arbeit

    1962 in Deutschland geboren. Seit 1992 lebe ich in Berlin.
    Ich verstehe mich im wesentlichen als Performancekünstlerin, die nicht nur den eigenen Körper und die eigene Persönlichkeit in unterschiedliche gesellschaftliche Zusammenhänge stellt, sondern auch bewusst sichtbare Spuren hinterlässt. In der Tradition der amerikanischen und deutschen Performance Art, greife ich in fremde Kontexte ein und markiere die zufälligen Markierungen, die andere Menschen unbewusst hinterlassen.

    In meinen Performances agiere ich als Moderatorin und visuelle Übersetzerin von alltäglichen, eher unscheinbaren menschlichen Handlungen, die sich überall auf der Welt abspielen können. Dabei betreibe ich mit den "Spurensicherungen" auf mehreren Ebenen eine Art kulturspezifische Analyse, denn dem eigentlichen Akt der Performance geht immer eine ausführliche Studie der Räume und Gesellschaft voraus.

    Das achtlose Fallenlassen eines Einwickelpapiers auf der Straße ist für mich bereits - unbewusste - Performance (ART : HOME - LESS Projekt New York, Marseille, Moskau, Berlin). Diese Spur markiere ich und halte sie gleich einer Archäologin fest als vergangenen Gestus. Gleichzeitig rekonstruiere ich ihre innere psychosoziale Struktur, die in diesem Falle aus einer der Umwelt und anderen Menschen gegenüber achtlosen Verhaltensform besteht.

    In der Performance Walk the Wall markiere ich temporär mit losen weißen Steinen den Berliner Mauerverlauf und weise mit einem Achtungsschild darauf hin, dass es sich um die Arbeit eines Künstlers handelt. Wichtig ist nicht die Rekonstruktion der Mauer als historisches Monument, sondern die Sichtbarmachung einer politisch motivierten Aktion, die mit Überschreiten und mit Begrenzen, kurz mit einer Einsperrung zu tun hat. Die Mauer fungierte in skulpturaler Hinsicht wie das weggeworfene Papier. Sie war zwar ein bewusst vollzogenes martialisches Bauwerk, sie ist aber auch ein Zeichen, das durch die künstlerische Reflektion wesentlich mehr verdeutlichte als in der historischen Beschreibung (Joseph Beuys ‚ ' ... (ich) empfehle die Erhöhung der Berliner Mauer um 5cm aus ästhetischen Gründen' ).

    In "Moving Standpoint I" sind die drei Aufzüge des Allianzgebäudes Ort einer Markierung und Veränderung. In diese Aufzüge zu steigen, heißt für den Besucher durch eine Grenze hindurch zu schreiten, heißt das andere zu verändern, es nicht zu respektieren, sich dort sichtbar machen zu wollen, vielleicht sogar meiner Intention zu folgen. Ich stelle ihm durch meine Arbeit die Frage, ob er als ein rücksichtsloser Zerstörer auftritt oder mit mir kollaboriert, will er ein Teil meiner Aktion, ein Teil meiner Struktur sein will oder sich dagegen auflehnt.

    Auf den ersten Blick könnte man "Paris, Grab Baskirzev" als malerische Arbeit bezeichnen. Doch ist die im Getümmel der Strasse bearbeitete Polaroidaufnahme, diese "Live-Zeichnung/Malerei", Teil einer Performance, die innerhalb dreier Minuten in einer lebendigen Grosstadtatmosphäre entsteht. Gelehnt an einen Pfahl oder auf einer Mülltonne übertrage ich meine Eindrücke, die mich umgebenden Gerüche, den Lärm, die Bewegung auf das Polaroid. Damit markiere und notiere ich spontan kleine "heterotopische Räume" der Metropole Paris.

    Weitere Performances auf anderen Präsenzgraden sind Videos ("Das Urteil von WW", "Video Poems", "Die 9 Schrauben"), Gedichte ("after") und Installationen (auch collaborative Installationen "spinet, an experiment on Gesamtkunstwerk, Total art work").




Texte & Bild © birgit ramsauer

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